Epochen der Deutschen Literatur
Einleitung
Was ist Sprache? Die Frage erscheint den meisten Menschen sicher nicht sehr bedenkenswert. Sprache ist eben eine „natürliche“ Fähigkeit, die man im Kindesalter erworben und später unbewusst oder - in der Schule - bewusst weiterentwickelt hat. Man bedient sich dieser Fähigkeit, um sich mit anderen Menschen zu verständigen und dies kann gut oder weniger gut gelingen - je nachdem, wie man „sich ausdrücken“ oder „verständlich machen“ kann. In der Regel ist Sprache also selbstverständlich, gehört so unauffällig und untrennbar zum Menschen, dass er sich meistens erst dann näher mit ihr befasst, wenn sein natürliches Verhältnis zu ihr gestört wird.
Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Sprache als Mittel, als „Werkzeug“ der Verständigung versagt, etwa beim Bemühen, einem Gesprächspartner die eigene seelische Verfassung sprachlich zu verdeutlichen. Auch ist die Sprache plötzlich zum Problem geworden, wenn man beispielsweise mit dem Sprachaufbau bei hörgeschädigten Kindern konfrontiert wird. Schließlich wird die Sprache im Alltag immer dann problematisiert, wenn sie eine Sprache ist, also z. B. als Fremdsprache, über welche man eben nicht so selbstverständlich wie über die Muttersprache verfügen kann.
Erfahrungen dieser Art können dann dazu führen, dass man sich näher mit dem Phänomen „Sprache“ beschäftigt. Wir wissen, dass ein Verständnis der gegenwärtigen Sprache aber nur möglich erscheint, wenn man sie geschichtlich begreift, d. h. ihre Entwicklung von den frühesten Stufen bis zur Neuzeit verfolgt. Mit der Literatur, welche ja im folgenden Thema sein soll, verhält sich das nicht anders. Jedoch wehre ich mich dagegen, Sprache und Literatur gleichzusetzen. Zwar bedeutet „Literatur“ der Wortbedeutung nach alles Geschriebene, im Rahmen der literaturwissenschaftlichen Betrachtung erscheint mir aber ein derartiger Umfang des Begriffs nicht sinnvoll. So enthält die BILD-Zeitung beispielsweise sicher keine Literatur - auch, wenn deren Leser dessen überzeugt sein mögen. So erscheint es mir also sinnvoller, den Begriff mit „die große oder hohe Dichtung“ zu definieren.
Über genau diese „hohe Dichtung“ und deren Entwicklung, welche durch historische Ereignisse politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Art geprägt und gelenkt wurde, möchte ich nun im folgenden informieren.
Die Epochen der deutschen Literatur
Die Periodisierung, die Zusammenfassung mehrerer Jahrzehnte zu einer Periode oder Epoche, ist ein Problem der Geschichtsschreibung. Ein Kunstwerk ist jedoch nicht nur ein geschichtliches Phänomen, denn es kann überzeitlich sein. So ist man heute der Auffassung, dass ein Werk sowohl von historischer Seite als auch von ahistorischer Seite betrachtet werden sollte, denn die Einordnung des Inhaltes eines Werkes scheint nach wie vor essentiell für des Verständnis dessen.
Dabei ist bekannt, dass jede Vereinfachung vergrößert und verfälscht, vor allem dadurch, dass Schwerpunkte gebildet werden und dadurch anderes nicht angeführt wird. Erst ein genaueres Studium einer Epoche rückt die Verschiebungen zurecht. Als Überblick soll das nun folgende jedoch genügen.
Die Aufsätze sind in der Bibliothek unter Epochen zu lesen:
http://web99.adminonline.de/dTememento2/kb.php?mode=cat&cat=2
st. am 30.06.2003